Homebrewing: Summer Ale – Brautag

Ich lag schon im Bett, als es Samstagabend auf einmal an der Tür sturm klingelte. Was? Wie? Wo? Vor der Tür stand meine Nachbarin: „Wir haben heute Abend eine kleine Feier und haben kein Bier mehr. Hast du noch ein Ale für uns?“ „Nein, das tut mir leid! Ich muss erst wieder welches brauen!“ Es freute mich wahnsinnig, dass sie zum Feiern mein Bier haben wollten, und es tat mir leid, keines zu haben! Ich versprach, so schnell wie möglich wieder ein Summer Ale zu brauen. Und am Sonntag war es dann auch schon soweit.

Es war ein wunderschöner, warmer Herbsttag und ich konnte wieder auf der Terrasse brauen. Das Summer Ale gehört inzwischen zu meinen am meisten gebrauten und (von Nachbarn und Freunden) am liebsten getrunkenen Bieren. Da ich es schon einige Male hergestellt habe, ist dies auch das Bier mit dem ich am meisten experimentiere. Beim letzten mal, habe ich die Menge des Bitterhopfens erhöht (wie ihr wisst, liebe ich herbe, norddeutsche Biere und anscheinend nicht nur ich, denn die Resonanz war sehr gut). Dieses mal erhöhe ich zusätzlich die Menge des Aromahopfens, damit das Bier fruchtiger wird.

Für 50 Liter Summer Ale verwende ich:

3,80 kg Pale Ale Malz

2,80 kg Pilsner Malz

2,80 kg Münchner Malz

Cascade Hopfen

Magnum Hopfen

Danstar Nottingham Ale Hefe

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Los geht´s! Wasser erwärmen und das Malz einmaischen. Schon hier wird der Unterschied zwischen dem Brauen von 25 l oder 50 l deutlich. Es dauert ewig, bis das Wasser aufgewärmt ist. Beim einmaischen selber gibt es keine Unterschiede. Die Dauer und die Rastzeiten sind die selben. Doch das Leutern, also das Trennen von Maische und Würze, ist jedes Mal ein Kraftakt. Ich muss das Malzrohr mit seinen 9,40 kg mit Wasser vollgesogenem Malz aus dem Braukessel herausheben. Zum Glück kann ich das Rohr stufenweise herausheben, damit die Würze ablaufen kann. Letztendlich bin ich dazu übergegangen, einen Teil des Trebers (das sind die ausgelaugten Rückstände des Malzes) mit einer Schaufel herauszunehmen, um dann das restliche Malzrohr zu entfernen. Es ist und bleibt aber ein Kraftakt! Darauf erst mal ein Bier!

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Während die Würze auf 100 Grad erhitzt wird, wiege ich die drei Hopfengaben ab. Der Cascade Hopfen wird für 90 Minuten gekocht, der Magnum Hopfen für 70 Minuten und zehn Minuten vor Ende wird noch einmal ein Cascade Hopfen für ein fruchtiges Aroma hinzu gegeben.

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Vielleicht riechen meine Nachbarn den süßlich, herben Geruch der Würze ja schon…Oder ich sollte mir überlegen, wie bei den Heurigen in unserer Umgebung, die einen Buschen vor die Tür hängen wenn sie ausgesteckt haben, verschiedene Ähren und Hopfen vor die Tür zu hängen: Fresh Beer Here!

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Nachdem das Hopfenkochen abgeschlossen ist, wird die Würze auf 20 Grad heruntergekühlt. Und wie schon beim Brauen des Oatmeal Stout verwende ich das heiße Wasser, das aus der Kühlspirale kommt, zum reinigen der Bierflaschen.

Parallel dazu habe ich die Hefe angestellt. Das heißt, dass ich Wasser abgekocht und es auf 20 Grad abkühlen ließ. Dann habe ich die Hefe dazu gegeben. Die Hefe schaut aus wie die trockene Hefe die man zum backen verwendet und riecht auch ähnlich. Es ist wichtig, dass die Hefe und die Würze beim vermischen die selbe Temperatur haben, damit die Hefe keinen Schock bekommt oder gestresst wird. Hefe, du kleine Diva!

Die Würze ist nun mit der Hefe im Gärbottich und gärt. Und auf mich wartet ein riesiger Berg dreckiger Brauutensilien zur Reinigung! Aber mit der Vorfreude auf die erste Verkostung, ist das Putzen nur halb so schlimm…

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