Wortspiele #1 – Das Spiel mit der Würze

Willkommen bei den ersten österreichischen Wortspielen! Man nehme eine Bierwürze, für ein österreichisches Märzen, sechs Brauer und am Ende kommen sechs verschiedene Biere heraus. Das sind die Wortspiele, die sich aus dem englischen Wort „wort“ für Würze und „Spiele“ zusammensetzen. Ein Spiel mit der Würze. Die Idee für diese Spielerei stammt ursprünglich aus der Schweiz, ist eine Marke des Schweizer Bierblogs bierversuche.ch und wurde in Lizenz von beerkeeper nach Österreich gebracht. Die Wortspiele fanden jetzt das erste Mal in Österreich im Brauwerk in Wien statt.

Vor einigen Wochen wurden in der Biermacherei Bugelmüller 400 l eines österreichischen Märzen (das am meisten getrunkene Bier in Österreich) eingebraut. Die Brauer haben jeweils 50 l mit in die eigene Brauerei genommen und fleißig experimentiert.

Folgende Brauereien nahmen an den Wortspielen teil:

  • Biermacherei Bugelmüller
  • Beerlovers
  • Brauwerk
  • Der Belgier Brewing
  • Die Hofmühlbrauer
  • Rodauner Biermanufaktur

Am 22. Juni 2017 haben sich die Brauer, Hobbybrauer und interessierte Gäste im Brauwerk in Ottakring eingefunden, um die verschiedenen Biere zu verkosten.

Begonnen habe ich mit einem Marillenbier von Marina von den Beerlovers, dass von vorn bis hinten nach Marille aussah, roch und schmeckte. Was für ein gelungener Einstieg.

Es folgte ein kleiner Schluck mit großem Geschmack von der Rodauner Biermanufaktur. Kurt Tojner verfeinerte sein Bier mit Kastanienhonig. Es hätte auch kein anderer Honig sein dürfen, denn in Rodaun sind die Straßen mit Kastanienbäumen gesäumt, ein kleines Stück Rodaun in Ottakring.

Weiter ging es mit dem Bier vom Belgier Brewing, der auch mit Honig gearbeitet hat. Seine Ansatz war, dass er aus der Würze des beliebtesten Bier Österreichs, das beliebteste Bier Belgiens braut: Ein Blonde. Er fügte Demerara Rohrzucker hinzu, Koriander, Honig und Paradiessamen und vergärte es mit seiner eigenen Hefe. Ein beeindruckendes Bier, dass würzig und ganz leicht fruchtig schmeckte.

Nach drei Bieren war es nun an der Zeit für eine kleine Stärkung. Zum Glück war die Einmacherin vor Ort und verwöhnte uns mit verschiedenen Würstchen, mit feinen Beilagen und hausgemachten Aufstrichen.

Gute gestärkt folgte nun das Bier von die Hofmühlbrauer, die ihre Biere in Flaschen abfüllten und sogar ein eigenes Etikett entwarfen: 50 Shades of Earl. Und wie schon der Name verspricht, gab es ein wunderbares Bier mit Earl Grey, das kräftig war und sehr schön nach Bergamotte schmeckte.

Von der Biermacherei Bugelmüller wurde nicht nur die Würze als Grundlage für die Wortspiele eingebraut, sondern diese auch klassisch interpretiert. Das Märzen, welches Bernhard liebevoll „Kellerpils“ genannt hat, da der Hopfen „Northern Brewer“ einen etwas höheren alpha-Wert (verantwortlich für die Bittere im Bier) aufwies, als ursprünglich berechnet. Dies beeinträchtigte allerdings im keinen Fall das Geschmackserlebnis.

Der Abschluss bildete ein California Common vom Brauwerk. Ein zu unrecht eher unbekannter Bierstil in Österreich, der in Amerika auch als Steam Beer bezeichnet wird. Ein fein ausbalanciertes Bier zwischen karamelligen Malz, einer frischen Cremigkeit und einer leichten hopfenbittere im Nachtrunk.

Die Wortspiele haben gezeigt, welche große Vielfalt aus ein und derselben Bierwürze entstehen können und der heutige Abend lässt sich auf folgende Gleichung herunterbrechen:

1 Würze + 6 kreative, experimentierfreudige Brauer =  6 Geschmackserlebnisse

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