Homebrewing: Simcoe IPA – Brautag und Hopfenstopfen

Wenn die Sicherung mehrfach rausfliegt, Gläser zerbrechen, die Küche zentimetertief unter Wasser steht und einer Dampfsauna gleicht, dann ist es draußen kalt und ich muss wieder im Haus brauen!

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Für heute habe ich mich dazu entschieden ein Simcoe IPA zu brauen. Simcoe ist der Name des Hopfen. Dieser kommt aus den USA und besticht durch sein waldiges (Pinie, Kiefer) und fruchtiges (Waldbeere, Maracuja) Aroma. Das Rezept habe ich von einem Brauer, der damit in diesem Jahr den dritten Platz bei der österreichischen Staatsmeisterschaft belegt hat. Ich bin sehr gespannt (das von mir gebraute Rezept für 25 l ist allerdings leicht verändert):

  • 3,8 kg Pilsner Malz
  • 2,0 kg Wiener Malz
  • 660 g CaraRed
  • 300 g Haferflocken
  • 60 g Simcoe Hopfen
  • Fermentis Safale US-05 (Hefe)

Hopfenstopfen:

  • 67 g Simcoe Hopfen
  • 38 g Cascade Hopfen

Wie gesagt, muss ich wieder drinnen in meiner Küche brauen, denn draußen wurde das Wasser abgeschaltet und außerdem ist es schon ziemlich kalt. Das bedeutet nicht nur, dass die Platzverhältnisse etwas beengt sind, sondern auch, dass das gesamte Haus nach Maische riecht. Am Nachmittag kam eine Freundin zu Besuch die meinte, dass es ganz angenehm und nach frischem Brot riecht. Für diese Aussage hat sie sich gleich eine Flasche verdient!

Das Einmaischen des Malzes läuft ab wie immer (falls du mehr über das Einmaischen erfahren möchtest, dann kannst du das hier nachlesen). Bis auf, dass die Sicherung einige Male rausgeflogen ist, als ich auf die Idee kam auch noch den Wasserkocher anzuschmeißen. Zum Glück merkt sich der Braumeister (das Gerät mit dem ich braue), wo das Programm unterbrochen wurde und setzt, sobald er wieder Strom hat, das Programm an der selben Stelle fort.

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Nachdem ich die Maische geläutert habe (Trennung fest und flüssig) beginne ich mit dem Würzekochen. Das dauert 90 Minuten und bei 90, 45 und fünf Minuten gebe ich jeweils 20 g vom Simcoe Hopfen hinzu. Das riecht schon jetzt unglaublich fruchtig und voll. Ich freue mich schon auf das fertige Bier.

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Nach dem Kochen wird das Bier mithilfe einer Kühlspirale auf ca. 20 Grad abgekühlt. Das heiße Wasser verwende ich, um meine Flaschen zu reinigen. Bevor ich die Würze in den Gärbottich gebe wird sie gespindelt. Ich habe 13,7° Plato wie im Rezept angegeben erreicht. Mit der Spindel kann man die Dichte der Würze messen. Die Dichte gibt darüber Aufschluss wieviel Extrakt in der Würze vorhanden ist (in diesem Fall 137 g Extrakt in einem Kilogramm Würze). Umso höher die Prozentzahl in Plato, desto mehr Zucker ist in der Würze vorhanden und desto mehr Alkohol hat das Bier später.

Anschließend gebe ich die Hefe dazu und stelle den Gärbottich in den Flur, der ziemlich konstante 19,6 °C hat. Die Hefe arbeitet am liebsten bei 20°C, es handelt sich also um eine obergärige Hefe.

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Nachdem das Bier jetzt in Ruhe vor sich hin gären kann, steht für mich noch der Großputz an! Das geht am besten, wenn man dabei ein Bier trinkt (z.B. das angenehm fruchtige Local Hero – Easy Pale Ale von Next Level Brewing hier aus Wien):

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Doch dieses Mal gärt das Bier nicht einfach so vor sich hin, sondern es wird geschmacklich noch „veredelt“: Durch das Hopfenstopfen. Das bedeutet, dass ich dem Bier nach Beenden der Hauptgärung Hopfen hinzufüge. Das macht man, um noch mehr Hopfenaroma in das Bier zu bekommen. Wie eingangs beschrieben, ist der Simcoe ein Hopfen mit sehr waldigen und fruchtigen Aromen und damit ich diese in meinem Bier habe, wird der Hopfen in ein Netz gefüllt und dann für ca. vier Tage in den Gäreimer gegeben. Erst dann wird das Bier in Flaschen abgefüllt und kommt zum reifen in den Kühlschrank.

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