Brausü(n)dikat: Rodauner Biermanufaktur

Sieben Brauer:innen aus dem Süden von Wien haben sich zu einem Brausü(n)dikat zusammengeschlossen. In einer siebenteiligen Serie stelle ich euch die einzelnen Brauer:innen vor.

  • Brauerei: Rodauner Biermanufaktur
  • Name: Kurt Tojner
  • Was macht deine Brauerei aus? „Mit über 20 Jahren Erfahrung, mit Liebe und Genuss gebraute Biere.“
  • Lieblingsbierstil: „Es gibt so viele tolle Bierstile, aber ich würde mich dennoch als ‚Stout-Junkie‘ bezeichnen.“
  • Lieblingsbier: Forstner ‚Dry Stout‘
  • Wenn jemand sagt, dass er kein Bier mag, mit welchem Bier würdest du diese Person überzeugen Bier zu trinken? „Ich würde nach den Geschmacksvorlieben fragen und dafür ein Bier finden. Meistens ist es so, dass die Menschen Bier nicht mögen weil es zu süß oder zu bitter ist. Ich denke, dass das Wiener Lager überzeugen kann, da es sehr ausgewogen ist, nicht zu süß und nur leicht bitter.“
  • Was war dein erstes selbstgebrautes Bier? „Irgendetwas untergäriges und definitiv nicht trinkbar! Frag mich lieber nach meinem dritten selbstgebrauten Bier. Das war ein Festbock und der hat mir endlich ganz gut geschmeckt.“

Als Kurt sein erstes Bier braute, ging ich noch in die Grundschule. Ich will damit niemanden zu Nahe treten, sondern deutlich machen, dass Kurt abseits von dem derzeitigen Craft Beer und Hobbybrauer Trend, bereits Bier gebraut hat. Mehr als zwanzig Jahre Erfahrung im Bier brauen sitzen also vor mir. Und damals waren die Bedingungen daheim Bier zu brauen alles andere als leicht, denn es war äußerst schwierig überhaupt an Zutaten oder Equipment zu gelangen. Und da braute er dann auch schon mal mit vor vier Wochen geschroteten Malz, oder kaufte keine Spindel, weil diese damals noch ein kleines Vermögen kostete (er bekam sie dann zum Glück geschenkt).

Kurt holt eine Mappe hervor. In dieser befinden sich sämtliche Brauprotokolle seit seinem ersten Sud im Jahre 1994. Ein richtiger Schatz mit dem man ziemlich genau seine Entwicklung nachvollziehen kann. Manche Seiten sind schon leicht vergilbt, die Ränder vollgeschrieben mit Hinweisen und Kommentaren. Seine Rezepte entwickelt er alle selbst. Als Grundlage dienen ihm bestehende Rezepte, welche er sich zu Eigen macht. In seinem Keller ist ein richtiges Braulabor entstanden. Hier wird so lange gebraut, getestet, gemessen und geändert, bis das Bier den hohen Ansprüchen von Kurt, der auch Diplom-Biersommelier ist und regelmäßig Verkostungen anbietet, genügen und den Weg ins Ladenregal antreten darf.

2016 gründete er die „Rodauner Biermanufaktur“. Rodaun, ein Stadtteil im 23. Wiener Gemeindebezirk, ist seine Heimat, diesem Grätzel fühlt er sich verbunden. Kurt braut seine Biere als Gastbrauer in großen Brauereien. Das erste veröffentlichte Bier war das ‚Rodauner Strizzi‘ ein Wiener Lager, orangerot mit malzig ausgewogenen Körper. Das ‚Strizzi‘ wurde auf dem Rodauner Kirtag (Kirmes) vorgestellt und überall blickte man in glückliche Gesichter, die einen Becher vom Strizzi ergattern durften. Und das nächste Bier steht auch schon in den Startlöchern: Ein Stout, an dessen Rezept er schon seit mehreren Jahren tüftelt. Wir dürfen also gespannt sein.

 

 

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